Auch wer auf der Straße lebt, möchte nicht auf Strom verzichten. Du denkst, du kannst in einem Camper nicht alle die Geräte betreiben, welche nötig sind? – Falsch gedacht! Wenn du das richtige Setup hast, musst du dir überhaupt keine Gedanken mehr um deinen Strom machen. Es ist sogar möglich permanent autark zu stehen und Laptop, Handy etc. laden zu können und zusätzlich permanent den Kühlschrank laufen zu haben, ohne sich großartig Gedanken um den Strom machen zu müssen.  

Wie du dich für das passende Setup für dich entscheidest, welche Geräte wir verbaut haben und worauf du sonst noch so achten musst, erfährst du in diesem Artikel. 

Batterie

Bevor du dich für eine Batterie entscheiden kannst, steht im ersten Schritt etwas Planung an. Um hier die richtige Entscheidung zu treffen, musst du dir nämlich im Voraus einige Fragen beantworten. Hierunter fallen folgende Fragestellungen:

  • Welche Geräte möchte ich betreiben?
  • Wie häufig möchte ich diese Geräte betreiben und muss sie evtl. an den Strom hängen
  • Wie lange möchte ich autark stehen können? 
  • Wie viel Ampere benötigen einzelnen Geräte?

Wenn du dir all diese Fragen beantwortet hast, kannst du dieses Tool nutzen. Das Tool errechnet dir automatisch, welche Batterie-Kapazität für dich notwendig ist. 

Im nächsten Schritt kannst du dich für die Batterie-Art entscheiden. Hierfür nachfolgend eine kleine Erläuterung, was es bei den einzelnen Batteriearten zu beachten gibt.

Nassbatterie

…oder auch einfach Auto-Batterie. Das ist die Batterieart, die wohl auch jeder Laie kennt. Diese solltest du für deinen DIY Camper-Van Ausbau auf gar keinen Fall benutzen, denn Nass-Batterien haben zwei sehr große Nachteile.

  1. Sie sind in der Regel nicht auslaufsicher. Es kann schnell passieren, dass säure austritt
  2. Nassbatterien gasen während des Ladeprozesses. Das könnte zur Folge haben, dass die Batterie explodiert. 

Aus diesen zwei Gründen solltest du auf keinen Fall auf eine Nassbatterie zurückgreifen. Übrigens, auch auf keine LKW-Batterie, denn diese haben dieselbe Technik. Lass dich also nicht von dem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis locken.

Gel & AGM Batterie

Diese zwei Batteriearten sind zwar von der Technik etwas unterschiedlich, jedoch sind die Vor- und Nachteile dieselben. Aus diesem Grund, haben wir sie hier zusammengefasst. 

Vorteile dieser Batterien sind: 

  • Sie sind auslaufsicher
  • Sie gasen nicht

Nachteile:

  • Sie sind um einiges teurer als Nassbatterien
  • Man sollte diese Batterien maximal zu 50% entladen, da sie sonst tiefen entladen sind. Fällt die Batterie zu oft unter 50% Ladekapazität, so geht sie relativ schnell kaputt.

Lithium Batterie

Lithium Batterien sind im Vergleich zu AGM & Gel Batterien um einiges Leistungsfähiger, da diese häufiger stark beansprucht und bis zu 100% entladen werden können. Lithium Batterien sind übrigens in der Regel auch um einiges leichter als AGM & Gel Batterien. Das ist im DIY Camper Van natürlich ein Punkt, welcher auch immer in Betracht gezogen werden sollte. Außerdem können Lithium Batterien größere Stromstärken auf einmal abgeben. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass in diesen Batterien häufig ein Batterie-Management System integriert ist. Auch ist eine Verbindung per App häufig möglich. 

Als Nachteil muss, man natürlich sagen, dass Lithium Batterien sehr teuer sind, hierfür bieten sie aber auch viele Vorteile. 

12V oder 230V Steckdosen und Geräte

Grundlegend ist in unseren Augen die Verwendung von 230V Steckdosen unnötig, erst recht wenn man mit Gas kocht. Die meisten modernen Geräte funktionieren über 12V. Wenn 230V notwendig sind, muss man sich Gedanken machen, welchen Wechselrichter man benötigt. 

Um den richtigen Wechselrichter zu wählen, musst du dir Gedanken darüber machen, welche Geräte du über 230V laden musst. Bei diesen Geräten, musst du feststellen, wie viel Watt sie benötigen und hierdurch zusammenrechnen, wie viel Watt du maximal auf einmal benötigst. Entsprechend wählst du einen Wechselrichter, der diese Watt-Zahl am besten inklusive einer hohen Reserve bedienen kann. 

Wenn du diesen Punkt bestimmen kannst, kommt ein weiterer Punkt, auf den du achten musst hinzu. Und zwar unterscheidet man bei Wechselrichtern zwischen einer reinen Sinuswelle und einer modifizierten Sinuswelle. 

Die günstigen Wechselrichter haben größtenteils nur eine modifizierte Sinuswelle. Diese reicht für die meisten Elektronik-Geräte wie Laptops, Bildschirme etc. häufig nicht aus und sind meistens eher für Haushaltsgeräte wie z.B. Wasserkocher geeignet. 

Wir nutzen den Wechselrichter von Dometic mit 300 Watt

Wenn du nun also auch deine Batterie mit einer Außensteckdose und 230V Landstrom laden möchtest, benötigst du auch einen FI Schalter. Jedoch können wir dir dazu nicht viel erzählen, denn wir haben das selbst nicht gemacht. 

Licht

Hier gilt es natürlich zu beachten, dass du nicht einfach in den Baumarkt gehen kannst und irgendwelche Lampen kaufen. 

Du benötigst 12V Lampen. Am einfachsten ist es auf Amazon 12V LED-Spots zu kaufen. Vorteile liegen hier klar auf der Hand: LED-Spots sind meist sehr energiesparend und problemlos dimmbar. 

Wir haben diese LED-Spots von Amazon verbaut. 

Welche Kabel und Kabelquerschnitt benötige ich?

Du kannst leider nicht einfach irgendwelche Kabel nutzen, um den Strom zu leiten. Aber kleine Entwarnung, die Farbe der Kabel ist nur Optik und eigentlich egal. 😂

Es ist wichtig im DIY Camper-Ausbau Kabel zu verwenden, welche ursprünglich für den KFZ Bereich gedacht sind. Denn übliche Kabel vom Hausbau sind sehr starr und brechen leicht. 

Auch ist der Kabelquerschnitt für eine unbedenkliche Verwendung essenziell. Wenn du den falschen Querschnitt nutzt, kann es im Falle eines zu dünnen Kabels zu Kurzschlüssen kommen oder im schlimmsten Fall zu einem Brand. Aber Achtung, nicht einfach überall die dicksten Kabel verwenden, das kann zu einem erhöhten Energieverbrauch führen. 

Um den richtigen Kabelquerschnitt zu ermitteln, benötigst du zwei wesentliche Faktoren: 1. welche Stromstärke Ampere fließen maximal durch dieses Kabel und 2. Wie lange ist das Kabel. Was uns auch schon zu dem nächsten wichtigen Punkt führt, dass man die Kabel nicht unnötig lang lassen sollte. 

Aber wie berechnet man das jetzt korrekt? – Es gibt im Internet einige Tools und Tabellen, die das berechnen. Hier kommst du zu einer. https://www.amumot-shop.de/rechner/solaranlage-wohnmobil

Solarzelle

Hier ist es wichtig zu wissen, dass die Solarzelle an die Batterie angepasst werden muss. Konkret bedeutet das, dass eine zu kleine Solarzelle deine Batterie in der Regel nicht voll geladen bekommt. 

Die Solarzelle muss in der Volt-Zahl kompatibel mit dem restlichen Strom-Setup sein. Bedeutet: Dein Strom Setup ist vermutlich auf entweder 12V oder 24V konzipiert, hierzu sollte die Volt-Zahl der Solarzelle minimal über dem des Strom-Setups sein. Aber Achtung – bitte nur minimal! Hat dein Strom-Setup 12V und deine Solarzelle z.B. 24V  kann es passieren, dass dein komplettes Strom-Setup kaputtgeht. Bspw. Sind Solarzellen mit 18-19V kompatibel mit 12V Strom-Setups. Bei 24V beträgt die Spannung der kompatiblen Solarzelle 36V.

Die wichtigste Kennzahl für dich bei der Solarzellen Auswahl ist die Watt Peak Zahl. Diese beschreibt die maximale Watt Ausbeute und setzt sich zusammen aus Volt*Ampere. Das bedeutet, wenn eine Kennzahl von 180 Watt gegeben ist, ist dies lediglich die maximal Zahl, welche die Solarzelle dir bringen kann. In der Regel sind es aber immer weniger. 

Es gibt Monokristallin und Polykristallin Solarzellen. Der Unterschied zwischen den beiden Arten liegt im Wirkungsgrad. Monokristallin Solarzellen erreichen 22% & Polykristallin lediglich 15%. Deswegen solltest du dich bei der Wahl deiner Solarzelle für eine monokristalline entscheiden.  

Zur Befestigung ist es wichtig zu wissen, dass die Solarzelle stets unter lüftet sein sollte. Denn was viele nicht beachten ist, dass ein Solarmodul nicht zu sehr erhitzen sollte, denn dies würde jedoch den Wirkungsgrad mindern. Daher empfiehlt es sich, ein Solarmodul niemals direkt auf das Dach zu montieren, sondern zum Beispiel Befestigungsspoiler zu verwenden. Wichtig auch flexible Solarmodule sollten nicht direkt aufs Dach, hier ist eine empfehlenswerte Methode diese auf einem Dachgepäckträger zu befestigen. 

MPPT und PWM Solarladeregler. MPPT Laderegler sind die besseren, da auch diese einen viel, viel höheren Wirkungsgrad haben als vergleichbare Laderegler von PWM. Auch hier musst du darauf achten, dass der Regler für das Strom-Setup geeignet ist. Das wichtigste, was du beim Solarladeregler beachten musst, ist das er von seinem Leistungsbereich mehr abdecken kann als die Solarzelle maximal an Ampere produzieren kann. Außerdem ist es wichtig für dich zu wissen, dass die Solarzellen stets mit Watt Peak angegeben werden und die Laderegler mit Ampere. Um hier also den richtigen Laderegler wählen zu können, musst du die Solarzellen Watt Peak in Ampere umrechnen. Das machst du, in dem du die Watt Peak Zahl durch die verwendete Volt Zahl teilst. 

Trennrelais

Das Trennrelais ermöglicht dir das Laden während der Fahrt. Das Trennrelais wird mit einem Kabel zwischen die Board-Batterie und die Starter-Batterie geschaltet. Grundsätzlich ist die Funktion des Trennrelais so, dass das Relais geschlossen bleibt, bis die Starter-Batterie eine Spannung von über 13,7 Volt erreicht. Sobald diese Volt-Zahl überschritten wird, bedeutet dies, dass deine Starter-Batterie vollgeladen ist. In diesem Zeitpunkt öffnet sich das Trennrelais und deine Board-Batterie wird geladen. 

Besonders wichtig ist es hier den richtigen Kabelquerschnitt einzuhalten, denn durch die Lichtmaschine gehen gut und gerne mal ca. 90 Ampere durch und ein zu kleiner Kabelquerschnitt kann schnell zu einem Kurzschluss führen. Im schlimmsten Fall kann auch ein Kabelbrand entstehen. 

Außerdem ist es wichtig zu erwähnen, dass ein Trennrelais für die Lebensdauer deiner Board-Batterie nicht förderlich ist. Denn, deine Batterie wird andauernd und unkontrolliert geladen. 

Unsere Lösung: C-Tek D250 SA

Vergiss alles, was du gerade über Laderegler oder Trennrelais gelesen hast. Die Lösung kann so einfach sein! 

Wir nutzen das C-Tek D250 SA, dies ist ein Kombigerät aus quasi einem Trennrelais und einem MPPT Solarladeregler. 

Vorteile dieses Gerätes sind: 

  1. Die Batterie wird im Vergleich zu einem Trennrelais mit Ladekurven geladen, wodurch die Batterie schonend geladen wird. Das ist vergleichbar mit einem üblichen Autobatterie-Ladegerät.
  2. Neben der Tatsache, dass das C-Tek als Solarladeregler verwendet werden kann, kann auch ein Windgenerator angeschlossen werden. 
  3. C-Tek kann das, was ein Trennrelais kann, nur besser und auch andersrum! 😃 Spaß beiseite, kommt Solarenergie rein und deine Board-Batterie ist voll, so lädt C-Tek in diesem Moment deine Starterbatterie. Für maximale Stromausbeute und keine Sorgen um eine leere Starterbatterie.
  4. Die Verkabelung ist sehr einfach, da du nur vier Anschlüsse hast und nur ein Gerät statt sonstigen mindestens zwei Geräten. 

Neben dem D250 SA welches nur für Gel, Batterie und Nassbatterien geeignet ist auch noch das D250 SE, dieses ist auch für Lithium-Batterien geeignet. Zu dem D250 SA konnten wir nun leider keinen Link mehr finden.

Ein ausführlicher Artikel über das C-Tek D250 SA folgt in den nächsten Wochen noch. Zwischenzeitlich kannst du dir gerne unser Video darüber anschauen. 🙂 

Fazit Elektronik im DIY Camper Van

Du siehst also schon, das Thema Elektronik im DIY Camper Van ist sehr umfangreich. Jedoch ist es kein Hexenwerk und du bekommst das mit Sicherheit hin. Wir wünschen dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Projekt Vanlife.

Liebe Grüße 🍀,

Jessi 👩🏽‍💻 , Mario 👨🏻‍💻, Seppy 🦊 & Homer 🚐

Begleite uns in unserem Vanlife Alltag, als Freelancer auf Reisen.

*alle Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links und wir erhalten im Falle eines Kaufs kleine Provision. Für dich entstehen dabei keinerlei Zusatzkosten.

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert